Kassel (kobinet) Seit über 25 Jahre engagiert sich Uwe Frevert mittlerweile in Sachen Peer Counseling und in der Beratung behinderter Menschen. Seit knapp 18 Monaten arbeitet er bei der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen (EUTB) in Kassel ansässigen Vereins Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN). kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit ihm über die bisherigen Erfahrungen in der Beratung und vor allem auch über die Erfahrungen mit der Beratung zum Persönlichen Budget.
kobinet-nachrichten: Die ergänzende unabhängige Teilhabeberatungsstelle (EUTB) des Vereins Selbstbestimmt Leben in Nordhessen (SliN) bietet nunmehr seit fast 1 1/2 Jahren Beratung an. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem vom Bund geförderten Angebot?
Uwe Frevert: Es ist wirklich ein feines Angebot, wenn wir als EUTB unabhängig von einem Dienstleistungserbringer und Kostenträger unsere Beratungsarbeit anbieten können. Hierfür sind wir dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sehr dankbar. Ich leiste nun seit mehr als 25 Jahren Beratungsangebote und mein Gehalt war leider immer abhängig von einer Querfinanzierung durch einen Dienstleistungserbringer. Der Kostendruck war doch enorm, wenn es darum ging, einer KundIn mit dem Persönlichen Budget die eigenständige Organisation der Persönlichen Assistenz zu ermöglichen. Letztendlich war meine Arbeit für den Leistungserbringer doch geschäftsschädigend.
kobinet-nachrichten: Was sind für Sie Highlights in der Beratung? Wo konnten Sie etwas für die ratsuchenden behinderten Menschen erreichen?
Uwe Frevert: In meiner Arbeit ging es immer darum, den behinderten Menschen oder ihren Angehörigen mehr Entscheidungsbefugnisse geben zu können. Es geht immer um Fachwissen über die Hilfe für Behinderte, also wer, was, wann zu leisten, zu finnazieren und wer darüber zu entscheiden hat. Der Klassiker ist die Persönliche Assistenz, welche im Rahmen des Persönlichen Budgets organisiert wird. Es ist die Reinstform der Selbstbestimmung über das Angebot für behinderte Menschen. Wenn behinderte Hilfeempfänger*innen von einem Pflegedienst sich abnabeln und zu einer behinderten Arbeitgeber*in von persönlichen Assistent*innen werden, dann ist das für mich immer so ein Highlight in der Beratung.
Dabei geht’s natürlich auch um Geld. Für einen Pflegedienst ist das nicht unerheblich. Er hat ja bis zur Abnabelung der behinderten Person 8 bis 10 Kräfte für die Leistung beschäftigt. Wenn die behinderte Person nun kündigt, stellt sich natürlich die Frage, wie werden diese Kräfte weiter bezahlt. Wir versuchen in aller Regel, dass das Personal von der behinderten Arbeitbeber’in übernommen werden kann. Nicht immer ist das aber möglich, wenn das Arbeitsklima in der Vergangenheit negativ belastet war, also als zerüttet bezeichnet werden kann.
kobinet-nachrichten: Wie mühsam ist das zuweilen, solche intensiveren Prozesse mit den Beratungskund*innen durchzustehen?
Uwe Frevert: Um ein Persönliches Budget in dieser Größenordnung zu realisieren, ist eine langfristige und viel Vorarbeit zu leisten. Da gilt zuerst einmal der behinderten Person deutlich zu machen, dass sie damit für sich selbst die Verantwortung übernehmen muss, mit allen rechtlichen Konsequenzen. Mit dem Persönlichen Budget ist nicht länger der Pflegedienst für die Dienstplanbesetzung verantwortlich, sondern der/die behinderte Arbeitgeber*in selbst. In Anbetracht eines Arbeitsvertrages der unterschrieben werden soll, bedarf es dann einer Bedenkzeit, um sich der neuen Situation in der Verantwortung bewusst werden zu können. Dabei ist unsere Peer Beratung enorm hilfreich, weil wir selbst diese Ängste bei der Verantwortungsübernahme kennen.
Ein anderes Problem ergibt sich immer wieder bei der Verhandlung mit dem Kostenträger über die Höhe des Persönlichen Budgets. Während einem Pflegedienst von einem Kostenträger nicht vorgeschrieben wird, wie viele Kräfte den Mindestlohn erhalten sollen oder wie viele Fachpflegekräfte eingesetzt werden dürfen, versuchen fast alle Kostenträger bei den behinderten Budgetnehmer*innen zusätzlich Leistungen zu sparen. Da wird plötzlich verlangt, dass nur der Mindestlohn ausbezahlt werden soll, da es im Privathaushalt keine Zulassungskriterien für Fachpflegekräfte gibt. Wir erklären dann dem Kostenträger immer wieder, dass das Persönliche Budget keine eigene Leistung ist, sondern nur eine alternative Form der Leistungserbringung. Es liegt daher in der Verantwortung der leistungserbringenden behinderten Person, welches Personal mit welcher Vergütung beschäftigt werden soll. Dabei ist trotzdem in aller Regel davon auszugehen, dass am Ende des Budgetjahres der Kostenträger eine Rückerstattung aus dem Persönlichen Budget zurück erhält, weil die selbst organisierte persönliche Assistenz in der Praxis kostengünstiger ist.
Wir stellen bei so einem Konflikt den Kostenträger immer vor das Ultimatum: Entweder er akzeptiert uneingeschränkt unsere Kostenkalkulation mit der zugehörigen Zielvereinbarung oder der Kostenträger muss weiterhin den kostenintensiveren Pflegedienst bezahlen. Und natürlich entscheidet der Kostenträger dann zu Gunsten unserer Beratungskunden.
kobinet-nachrichten: Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf gerade auch beim Persönlichen Budget, um die Teilhabe behinderter Menschen zu erleichtern?
Uwe Frevert: Zum Thema Persönliches Budget erhält der Verein Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) viele Anfragen von anderen EUTB-Stellen, von gesetzlichen Betreuer*innen, von Pflegestützpunkten, aber auch von Kostenträgern. Wir merken dann immer wieder, wie komplex und durchdrungen die Anforderung ist. Da gibt es Vorschriften im Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Arbeitsrecht und der Sozialversicherungspflicht, ganz zu schweigen von der zuständigen Leistungspflicht bei einem trägerübergreifenden Persönlichen Budget. Ich glaube, dass wir wieder Schulungen durchführen müssen, wie im Jahr 2004 bis 2008 bei Einführung des Persönlichen Budgets.
Verbesserungsbedarf sehe ich aber auch bei Angeboten für Menschen mit kognitiven oder psychischen Einschränkungen. Hier bedarf es einer dauerhaften pädagogischen Begleitung im Sinne des „Betreuten Wohnens“ zur eigenständigen Führung solcher Persönlichen Budget. Das Angebot der EUTB in Berlin vom Verein akse – aktiv und selbstbestimmt – scheint mir dabei ein gutes Beispiel zu sein, weil es hier eine pauschale Förderung von den Bezirksämtern gibt.
kobinet-nachrichten: Derzeit wird ja die Verlängerung der Förderung der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung über das Jahr 2022 hinaus von der Politik diskutiert. Welche drei guten Gründe, die EUTB weiterzufördern könnten Sie den Abgeordneten des Deutschen Bundestages an die Hand geben?
Uwe Frevert: Erstens: Es geht um den Grundsatz ambulant vor stationär. Im stationären Bereich haben wir ein Rund-um-Angebot, was alle Lebensbereiche der behinderten Menschen betrifft und finanziert werden muss. Im ambulanten Bereich können wir langfristig Synergieeffekte für Nichtbehinderte mit benutzen. Es bedarf keiner Parallelgesellschaft nur für behinderte Menschen. Aber, der ambulante Bereich ist heute leider immer noch nicht ausreichend auf die Bedarfe behinderter Menschen eingerichtet. Im ambulanten Bereich gibt es diese Rund-um-Angebote nicht, weil all die Jahre das Geld vor allem in stationäre Angebote der Eingliederungshilfe, wie Heime und Werkstätten für behinderte Menschen geflossen ist.
Zweitens: Der private Bereich hat bei der Nutzung von Synergieeffekten ein enormes Potential. Bei der selbst organisierten Persönlichen Assistenz mit dem Persönlichen Budget wird ein enormes Potential mobilisiert. Dieses basiert auf zwischenmenschlichen Interaktionen im Umfeld der behinderten Leistungsberechtigten und der Eigenständigkeit im Privathaushalt, wie es sonst vom Pflegedienst geleistet werden muss. Ich bin mir sicher, dass dies ein Instrument ist, um den Pflegenotstand mildern zu können.
Drittens: Wie ich oben dargelegt habe, ist für Kostenträger das Leben mit Behinderung im ambulanten Beriech sehr komplex. Nach wie vor erhalten wir Anfragen von Ratsuchenden, weil ein Kostenträger sagt: „Hierfür sind wir nicht zuständig, da müssen sie sich an die Krankenkasse wenden.“ Die Kostenträger denken in ihren alten Strukturen und können dann die Leistungsberechtigten nur so bedienen. Der Verweis auf einen anderen Kostenträger beweist dabei all zu oft nur das mangelnde Wissen über die Zuständigkeit des anderen Kostenträgers. Damit bleiben aber die Vorteile mit dem Persönlichen Budget auf der Strecke. Hier kann die EUTB gute Hilfe leisten.
kobinet-nachrichten: Was sind die nächsten Dinge, die bei Ihren Beratungen in Kassel anstehen?
Uwe Frevert: Ich möchte gerne mehr Budgets für Arbeit sehen. Aber, der hier zu leistende Beistand für die Berechtigten ist sehr hoch. Und auch die finanziellen Hürden sind hier zu hoch, so dass es sich für die potentiellen Arbeitgeber der behinderten Menschen nicht lohnt, diese zu beschäftigen, die eigentlich einen Platz in einer Werkstatt für behinderte Menschen haben.
kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.
Kontakt:
EUTB des Vereins Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN), Samuel-Beckett-Anlage 6, 34119 Kassel, Tel. 0561 / 72885-362, E-Mail: Uwe.Frevert@slin-ev.de – Internet: http://www.slin-ev.de/
kobinet-nachrichten vom 22.07.2019
Kategorie: Pressemeldungen
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Persönliche Budgets als Chance nutzen
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Beatmungskongress in Kassel
Vom 23. bis 25. Mai lädt die Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Außerklinische Beatmung (DIGAB) nach Kassel zu ihrem 27. Jahreskongress, zusammen mit dem 14. Beatmungssymposium der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin ein. An drei Kongresstagen geht es um die Behandlung und Betreuung von Menschen mit Beatmung. Diese anspruchsvolle Versorgung gelingt nur, wenn Ärzte und Wissenschaftler, Pflegende und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen, Vertreter*innen der Medizintechnik, der Leistungsträger und des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen miteinander kooperieren, heißt es in der Presseinformation zum Kongress.
„Dass uns das optimale interdisziplinäre Zusammenwirken bei der Behandlung und Betreuung von Menschen mit Beatmung eine Herzensangelegenheit ist, kann man schon daran erkennen, dass sich eine Dreifachspitze aus den Feldern Pneumologie und Paraplegiologie die Kongresspräsidentschaft teilt und das Prinzip vorlebt“, schreibt das Kongresspräsidententeam. Zu ihm gehören Dr. Marion Saur, Zentrum für Tetra- und Paraplegie, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau gGmbH, PD Dr. Andreas Bastian, Marienkrankenhaus Kassel, Pneumologie/Intensiv, und Dr. Wolfgang Körber, Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende gGmbH, Abteilung Pneumologie Beatmungsmedizin und Schlaflabor, Bovenden-Lenglern. Die Kongresspräsidenten haben in Kooperation mit vielen Sektionssprechern*innen der DIGAB und Betroffenen den Kongress vorbereitet und ein vielseitiges und anspruchsvolles Programm konzipiert.
Gastredner des Highlight-Vortrags ist Herbert Nitsch, der aktuelle Weltrekordhalter im Freitauchen und „der tiefste Mann der Welt“. Er kann seinen Atem für mehr als neun Minuten anhalten und hält 33 Weltrekorde. Im Juni 2012 erlitt er eine schwere Dekompressionskrankheit und in Folge dessen mehrere Schlaganfälle. Über die Zeit nach dem Unfall und seinen mühsamen Genesungsweg wird er in seinem Vortrag Zurück aus der Tiefe berichten. Beim Kongress sind auch viele engagierte Betroffene anzutreffen, die über ihre Erfahrungen im Alltag, mit Behörden, auf Reisen und in anderen Bereichen berichten. Dazu zählen u.a. Dinah Radtke vom Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZsL) Erlangen, Hans-Joachim Wöbbeking, Vertreter der Betroffenen in der DIGAB und 1. Vorsitzender Bundesverband Poliomyelitis, Domenique Geiseler aus Hamburg, INTENSIVkinder zuhause, Oliver Jünke, ALS mobil, Berlin u.v.m. Viele Referent*innen kommen aus Kassel und Umgebung, so wird zum Beispiel auch der Verein „Selbstbestimmt leben in Nordhessen“ durch Claudia Hessel und Uwe Frevert vertreten.
Die DIGAB ist eine medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich der hochkomplexen Versorgung beatmeter Menschen widmet. Sie lädt jährlich in einer anderen Stadt zu ihrer Jahrestagung ein. Der Veranstalter des bundesweit größten Kongresses für außerklinische Beatmung erwartet auch in diesem Jahr aus dem In- und Ausland rund 1.000 Teilnehmer*innen. Ganz besonders eingeladen sind Betroffene, Angehörige der Selbsthilfe, pflegende Angehörige, Pflegekräfte und alle Interessierten aus der Region. Sie erleben nicht nur einen hochkarätigen Kongress, sondern eine einzigartige familiäre Atmosphäre.
kobinet-nachrichten vom 21.05.2019
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Ein Jahr Teilhabeberatung
Seit Beginn des letzten Jahres ist mit dem Bundesteilhabegesetz auch die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) gesetzlich festgeschrieben. Für die Stadt Kassel, den Landkreis Kassel und zum Teil darüber hinaus hat diese Aufgabe der Verein Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) übernommen. Die Kasseler Berater*innen blicken nun schon auf ein Jahr Beratungsarbeit im Sinne des Peer Counseling zurück.
Der Verein Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) wurde 2016 als Selbstvertretungsorganisation behinderter Menschen gegründet, um wirklich von Dienstleistungserbringern und Kostenträgern unabhängig und im Sinne des Peer Counselings beraten zu können. (http://www.slin-ev.de/beratung.html). Peer Counseling hat in Kassel schon eine 30jährige Tradition, denn der Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) bot bereits Ende der 80er Jahre eine entsprechende Beratung von behinderten für behinderte Menschen an. Die neue Gesetzeslage machte die Finanzierung eines eigenständigen Beratungsangebotes, abgekoppelt von den weitgefächerten Dienstleistungsangeboten des fab schließlich möglich. So konnte eine Unabhängigkeit von Kostenträgern und Leistungserbringern realisiert werden, wie der EUTB-Berater Uwe Frevert betont. SliN hat seine Büros und Beratungsräume im Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in Kassel. Dort sind auch eine Reihe weiterer Selbstvertretungsorganisation behinderter Menschen angesiedelt.
„Der bisher zu verzeichnende Erfolg der Arbeit von SliN gibt der Entscheidung, die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung durch einen eigenständigen Verein anzubieten, Recht. Im Jahr 2018 fragten bei SliN 448 Personen um Beratung nach – und dies obwohl das Beratungsangebot seit Anfang März 2018 erst Stück für Stück aufgebaut wurde. Dazu hat neben einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit natürlich die räumliche Nähe zu den anderen Behindertenorganisationen, im Sinne der Zentren für selbstbestimmtes Leben, beigetragen“, betont Uwe Frevert.
Die Beratungsthemen waren dabei breit gefächert. Häufig ging es um Fragen der Teilhabe am Arbeitsleben, Unterstützung im Bereich Freizeit, das persönliche Budget, den Schwerbehindertenausweis, Assistenz und um Wohnen. Dabei wurde den Mitarbeiter*innen der EUTB immer wieder zurückgemeldet, dass sich die Ratsuchenden gut unterstützt fühlen. „Daher kommen viele gerne wieder und geben diese Information an andere weiter“, so Uwe Frevert. Das lässt auch für die Zukunft auf eine rege Nachfrage für die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung bei SliN hoffen. Als Neuerung wird es ab März 2019 für den Landkreis Kassel Außensprechstunden in zwei Gemeinden geben, um hier ein wohnortnahes Angebot vorhalten zu können.
kobinet-nachrichten vom 27.02.2019 -
Ehrung würdigt Engagement für Menschenrechte
Kassel. Der Kasseler Behindertenrechtler Ottmar Miles-Paul ist für sein langjähriges menschenrechtliches Engagement mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet worden. Der ehemalige Grünen-Stadtverordnete und Mitgründer des Vereins zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) und von Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) erhielt die Auszeichnung der Internationalen Liga für Menschenrechte.
Der Verein Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) freut sich über die Ehrung des Kasselers. Miles-Paul habe den Kampf für Gleichstellungsgesetze, für die UN-Behindertenrechtskonvention und das Bundesteilhabegesetz geprägt, meinte SliN-Vorstand Horst Griffaton. Miles-Paul sei es auch zu verdanken, dass es in Kassel eine ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) gibt. (aha)
HNA, 14.12.2018 -
Teilhabeberatungsstelle weitet Angebot aus
Die MitarbeiterInnen der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) des Vereins Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) teilten mit, dass sie ihr Beratungsangebot, welches sie seit dem 1. März 2018 in der Stadt Kassel im Rahmen der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung anbieten, nun auch auf den Landkreis Kassel ausweiten können. Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Beratungsstelle berät Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, sowie deren Angehörige und MitarbeiterInnen verschiedenster Organisationen, Beratungsstellen und Behörden.
Ihre AnsprechpartnerInnen:
EUTB-Leitung und Beratung
Uwe Frevert
Diplom-Sozialpädagoge / Peer-Counselor ISL
Tel.: 0561 / 72885 – 362
Fax: 0322 23 77 93 27
E-Mail: Uwe.Frevert@slin-ev.de
Beratung
Claudia Hessel
Volljuristin
Tel.: 0561 / 72885 – 361
E-Mail: Claudia.Hessel@slin-ev.de
Beratung
Kezban Kilic
Sozialarbeiterin / Sozialpädagogin B.A.
Tel.: 0561 / 72885 – 363
E-Mail: Kezban.Kilic@slin-ev.de
Beratung
Mirjam Dzionsko
Sozialarbeiterin / Sozialpädagogin B.A.
Tel.: 0561 / 72885 – 364
E-Mail: Mirjam.Dzionsko@slin-ev.de
Sprechzeiten:
i. d. R Mo. bis Do. 9 Uhr bis 16 Uhr
Fr. 9 Uhr bis 14 Uhr
Persönliche Beratungstermine: Nach Vereinbarung
SliN e.V.
Samuel-Beckett-Anlage 6
34119 Kassel
Internet: www.slin-ev.de
kobinet-nachrichten vom 30.10.2018 -
Schwungvoll in die Teilhabeberatung
Schwungvoll feierte gestern der in Kassel ansässige Verein Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) die Einweihung der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstelle (EUTB) für die Stadt und den Landkreis Kassel. Nachdem der Verein bereits im März mit der Beratung für die Stadt Kassel begonnen hatte, übernahm dieser nun auch die Beratung für den Landkreis Kassel. Nach den Grußworten und der Darstellung der Arbeit der Beratungsstelle durch die MitarbeiterInnen und den Vorstand wurde mit einer Disco bis spät in die Nacht abgerockt, denn wie der Leiter der neuen Beratungsstelle, Uwe Frevert, deutlich machte, „ist es ein Grund zu feiern, dass nun die Beratung von behinderten für behinderte Menschen (Peer Counseling) endlich gefördert wird.
Ein Team von fünf Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen sind in der neuen Beratungsstelle angestellt, ergänzt wird dies von einem Netzwerk weiterer behinderter Menschen, die ihre Erfahrungen in die Beratungsarbeit mit einbringen. Und so gestalten sich die Themen, mit denen Ratsuchende an die Beratungsstelle treten, auch bereits sehr bunt, wie die Beraterin Claudia Hessel bei der Eröffnungsfeier deutlich machte. Dies reiche von Fragen zur Beantragung eines Schwerbehindertenausweises, über Anfragen über die Möglichkeit der Anschaffung eines Assistenzhundes für ein blindes Mädchen, bis zu Beratungsanfragen zum Thema Arbeit, wie zum Beispiel außerhalb einer Werkstatt für behinderte Menschen. Hans-Günter Heiden von der Fachstelle Teilhabeberatung war extra aus Berlin zur Einweihungsfeier gekommen, weil die Kasseler Beratungsstelle eine wichtige Vernetzungsfunktion in Hessen hat. Hier seien viele Kompetenzen gebündelt, die über den Raum Kassel hinaus strahlen. Die Fachstelle bietet vielfältige Informationen für die ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen an und unterstützt die BeraterInnen u.a. durch Information, Schulung und Vernetzung.
Heute findet im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben ein Vernetzungstreffen der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) statt, bei dem sich u.a. BeraterInnen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen treffen, die im Sinne des Peer Counselings beraten.
kobinet-nachrichten vom 13.10.2018
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Gute Aussichten. Neues Beratungsangebot fürMenschen mit Behinderung
Kassel. Seit März gibt es auch in Kassel eine Stelle der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung – EUTB“ für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und deren Angehörige. Die neue Beratungsstelle ist beim Verein „Selbstbestimmt leben in Nordhessen – SliN e.V., angesiedelt.
Beratungsangebot
„Wir beraten und unterstützen Menschen mit Behinderung bei der Durchsetzung ihrer Interessen, um eine gleich berechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu erreichen, “ so Uwe Frevert, Leiter der Beratungsstelle bei SliN e.V. Dabei kann es z.B. um Finanzierung von Hilfsmitteln bzw. persönlicher Assistenz, die Teilhabe am Arbeitsleben, die Zuständigkeit für eine medizinische Reha-Maßnahme sowie um Unterstützungsmöglichkeiten im Bereich Wohnen oder Freizeit, gehen.
Das Beratungsangebot soll insbesondere im Vorfeld der Beantragung von konkreten Leistungen Information und Orientierungshilfen geben. Neben sozialrechtlichen Fragen kann auch der persönliche Umgang mit der eigenen Behinderung thematisiert werden. Besonderheit ist hierbei, dass die Beratung nach der Methode des Peer Counseling – von Betroffenen für Betroffene, erfolgt. „Bei dieser Beratung auf Augenhöhe werden Menschen mit Handicap unter anderem dadurch gestärkt, mit uns ähnliche Erfahrungen zu teilen“, erläutert Claudia Hessel, selbst behinderte Beraterin bei SliN e.V. „Dies kann ermutigen, neue Wege zum selbstbestimmten Leben zu wagen.“
Förderung erhalten
Die „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“ wird seit Januar dieses Jahres gesamten Bundesgebiet flächendeckend aufgebaut, um ein von Kostenträgern und Leistungserbringern unabhängiges Beratungsangebot für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige in jeder Region vorhalten zu können.
Für das Einzugsgebiet der Stadt Kassel hat der Verein SliN e.V. dafür eine Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekommen. „Für die Kasseler Behindertenselbsthilfe ist es erfreulich, dass mit diesem Angebot eine unabhängige und kostenlose Beratung bei einer Selbstvertretungsorganisation gestärkt wird.“ so Frevert von SliN e.V.
Neben Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen kann die „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“ auch von Mitarbeitern unterschiedlicher Organisationen, Beratungsstellen und Behörden genutzt werden.
Extra Tip, 27.06.2018 -
Freudige Überraschung in Kassel
So wie viele andere Organisationen, die auf eine Rückmeldung zu ihrem Antrag für die Durchführung der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung warten, warteten auch die Aktiven vom Verein Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) seit Wochen sehnsüchtig auf eine Rückmeldung aus Berlin. Gestern kam dann das erwartete Zeichen, zwar noch nicht von der bewilligenden Stelle, aber per Post vom örtlichen Bundestagsabgeordneten der SPD Timon Gremmels, der auf die bewilligte Förderung hinwies.
„Ich freue mich, dass ein Projekt für Beratung zur Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen und von Behinderung bedrohter Menschen des Vereins ‚Selbstbestimmt leben in Nordhessen (Slin) e.V.‘ 338.581,24 Euro Fördergelder erhält“, heißt es in der Presseinformation des SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels. Und weiter: „Der Schwerpunkt des Angebotes liege auf der Teilhabeberatung behinderter Menschen und ihrer Angehörigen in Kassel.“
Auch wenn der Zuwendungsbescheid erst am 31. Januar eintreffen soll, war die gute Nachricht gestern ein guter Anlass für die Aktiven des Vereins, mit einem Glas Saft bzw. Sekt auf diese gute Nachricht anzustoßen. Der Verein wurde vor zwei Jahren von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen gegründet, um u.a. eine unabhängige Beratung im Sinne des Peer Counselings anbieten zu können. Wenn der Bescheid eintrifft, kann sich der Verein an die Arbeit machen, die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung auch in Kassel aufzubauen. Zu tun gäbe es genug, denn noch viel zu wenige behinderte Menschen wüssten beispielsweise von den Neuregelungen zum Bundesteilhabegesetz, die mittlerweile in Kraft getreten sind. Zudem gelte es, behinderten Menschen mehr Türen zu öffnen, damit diese mitten in der Gemeinde mit der Unterstützung, die sie benötigen, leben können.
Bundesweit wurden mittlerweile knapp 200 von insgesamt ca. 400 Beratungsstellen für die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung bewilligt.kobinet-nachrichten vom 30.01.2018
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Kompetenzen behinderter Menschen nutzen
Der Verein Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) tritt dafür ein, dass die Kompetenzen behinderter Menschen verstärkt in der Behindertenarbeit und -politik genutzt werden. Es werde nicht nur häufig über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden, sondern auch viele Chancen vertan, in dem die Kompetenzen behinderter Menschen nicht genutzt werden, die diese im Umgang mit Behinderungen erworben haben.
Während es mittlerweile offenkundig sei, dass Planungen, die ohne die Beteiligung behinderter Menschen durchgeführt werden, häufig Barrieren aufweisen, sei im Hinblick auf die Hilfen für behinderte Menschen noch wenig Bewusstsein darüber vorhanden, dass die Nichteinbeziehung behinderter Menschen auch in diesem Bereich viel Schaden anrichte. Vor allem werde oft ganz selbstverständlich die Selbstbestimmung von Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen eingeschränkt und diese abhängig gemacht und abhängig gehalten. Gerade die Erfahrungen mit dem Peer Counseling, also der Beratung von behinderten Menschen durch behinderte Menschen, zeigten, dass hier viel Potential besteht, denn der qualifizierte Austausch unter ähnlich Betroffenen biete oft ungeahnte Möglichkeiten.
Daher werde der in Kassel ansässige Verein die Einbeziehung behinderter Menschen in die verschiedenen Bereiche der Behindertenpolitik und -arbeit weiter voran treiben. Die Schaffung einer unabhängigen Beratung zur Teilhabe behinderter Menschen liegt dem Verein dabei besonders am Herzen.
kobinet-nachrichten vom 03.08.2017
